Punktspiele am 19. + 20. September
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Die Pokalspiele sind absolviert, nun richtet sich beim SV Friesen Frankleben der Blick auf die neue Handballsaison. Sowohl Männer als auch Frauen nutzten ihre Begegnungen im HVSA-Pokal als letzten echten Härtetest. Trotz des Ausscheidens machen beide Auftritte durchaus Mut.
Die Friesen-Männer hielten gegen den HSV 2000 Zerbst lange gut mit. Nach dem 14:16 zur Pause gelang in der zweiten Hälfte beim 23:23 sogar noch einmal der Ausgleich, ehe sich Zerbst in der Schlussphase zum 32:28-Erfolg absetzte. Dabei wirkte es fast so, als wollten die Friesen noch nicht alles zeigen. Die Verantwortung im Angriff verteilte sich auf mehrere Schultern. Bastian Pohl und Michél Schmidt trafen jeweils sechsmal, während Steffen Holzapfel für seine Verhältnisse mit fünf Toren eher zurückhaltend blieb. Für die Männer bleibt der Klassenerhalt in der Verbandsliga Süd das wichtigste Ziel. Gleichzeitig liebäugelt man nach der positiven Entwicklung mit einem einstelligen Tabellenplatz.
Viel Zeit zum Einspielen bleibt nicht. Zum Saisonauftakt warten gleich mehrere Duelle mit besonderem regionalen Reiz. Mit Fichte Erdeborn, dem HC Burgenland III und dem Aufsteiger TSV Reichardtswerben stehen gleich zu Beginn drei Derbys auf dem Programm.

Auch die Friesen-Frauen lieferten gegen den TSV Niederndodeleben II einen starken Pokalauftritt. Gegen den Oberligisten gingen die Friesen als Außenseiter ins Spiel, hielten die Begegnung aber überraschend lange offen. Zur Pause stand es lediglich 11:13. In der zweiten Halbzeit kämpfte Frankleben weiter auf Augenhöhe, glich zum 19:19 aus und lag selbst in der 51. Minute beim 22:23 nur einen Treffer zurück. Erst in den letzten Minuten konnte Niederndodeleben davonziehen und mit 30:23 gewinnen. Herausragend war Paula Hebestreit mit zwölf Treffern. Gerade diese Leistung macht Hoffnung für die Saison. Nach dem Abstieg aus der Oberliga gehen die Friesen-Frauen allerdings in eine ungewohnte Rolle. Viele Gegner werden gegen den ehemaligen Oberligisten besonders motiviert sein. Das Ziel ist dennoch klar formuliert: Die Top 3 sollen es werden – und wenn sich die Chance auf den Meistertitel bietet, würde man diesen natürlich gern mitnehmen. Für die Frauen folgt zudem schon früh ein echter Gradmesser: Gegen die zweite Mannschaft der HSG Sangerhausen-Querfurt wartet noch eine lösbare Aufgabe, ehe es zum letztjährigen Drittplatzierten nach Klostermansfeld geht.
Die Pokalspiele haben jedenfalls gezeigt: Beide Friesen-Mannschaften sind bereit für die neue Saison. Die Männer wollen sich weiter in der Verbandsliga etablieren – und die Frauen wollen nach dem Oberliga-Abstieg von Beginn an zeigen, dass mit ihnen im Kampf um die Spitzenplätze zu rechnen ist.
Kürzlich überraschte Daniel Günther, der Inhaber des gleichnamigen Autoservice aus der Naumburger Straße in Merseburg, die Handballer der männlichen Jugend D. Als Spende überreichte er für jedes Teammitglied eine Sporttasche.

Auf dem Friesen-Foto vorne von links: Carl Bergelt, Oskar Walper, Max Knorn, Lukas Zachcial.
Hinten von links: Friesen-Schriftführerin Ramona Kramer, Vincent Pestel, Philipp Kreisig,
Vince Kietz, Lenny Fügner, Paul Pokorra, Malte Sperber, Dario Günther,
Sportförderer Daniel Günther, Jugendwartin und Übungsleiterin Conny Leopold.
Die Saison 2025/26 wird beim SV Friesen Frankleben in Erinnerung bleiben. Sie war geprägt von Höhen und Tiefen, von schwierigen Entscheidungen, von mutigen Neuanfängen und von Spielerinnen und Spielern, die Verantwortung übernommen haben. Während die Frauenmannschaft den bitteren Gang aus der Oberliga antreten muss, gelang den Männern als Aufsteiger der souveräne Klassenerhalt in der Verbandsliga Süd. Beide Teams eint jedoch eines: Der Blick richtet sich nach vorn.
Frauen: Ein schweres Jahr mit einer klaren Perspektive

Als die Oberligasaison Anfang September mit einem 30:28-Heimsieg gegen Gräfenhainichen begann, schien der Weg zunächst in die richtige Richtung zu führen. Auch das Unentschieden gegen die Wildcats aus Halle wenige Wochen später zeigte, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Doch bereits im Herbst wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Oberliga in dieser Saison besetzt war. Immer wieder musste das Team Rückschläge hinnehmen. Verletzungen, personelle
Engpässe und fehlende Konstanz verhinderten, dass sich die Mannschaft dauerhaft aus dem Tabellenkeller befreien konnte. Der Trainerwechsel im Oktober brachte zwar neue Impulse und neue Energie, doch die Hypothek aus der ersten Saisonphase erwies sich letztlich als zu groß. Besonders bitter war, dass viele Niederlagen nicht auf mangelnden Einsatz zurückzuführen waren. Woche für Woche stemmten sich die Franklebenerinnen gegen oftmals erfahrenere und breit aufgestellte Gegner.
Gerade gegen Mannschaften wie Niederndodeleben, Schönebeck oder Magdeburg zeigte sich jedoch, wie schwer es ist, in der Oberliga dauerhaft konkurrenzfähig zu sein. Dennoch gab die Mannschaft niemals auf. Im Saisonendspurt gelangen noch wichtige Erfolgserlebnisse gegen HC Burgenland und TSV Wefensleben, die eindrucksvoll belegten, welches Potenzial im Team steckt. Symbolisch für den Kampfgeist der Mannschaft stand das Comeback von Lena Trotte am letzten Spieltag. Nach ihrer schweren Kreuzbandverletzung kehrte sie zurück auf die Platte und wurde unter dem Applaus der Zuschauer für zwei verwandelte Siebenmeter eingewechselt. Ein emotionaler Moment und gleichzeitig ein Zeichen dafür, dass die Zukunft bereits begonnen hat.
Der Abstieg schmerzt, keine Frage. Doch innerhalb des Vereins herrscht Einigkeit darüber, dass dieser Rückschlag nicht das Ende einer Entwicklung darstellt. Vielmehr soll die kommende Zeit genutzt werden, um die eigene Nachwuchsarbeit weiter auszubauen und junge Spielerinnen behutsam an den Erwachsenenbereich heranzuführen. Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um anschließend zwei Schritte nach vorne machen zu können.
Mit Tobias Kaßler und Lena Trotte an der Seitenlinie soll eine Mannschaft entstehen, die mittelfristig wieder den Sprung in die Oberliga schafft – und sich dort etabliert.
Männer: Der Aufsteiger kommt an

Ganz anders verlief die Saison bei den Männern. Nach dem Aufstieg in die Verbandsliga Süd war das primäre Ziel klar definiert: Klassenerhalt. Die ersten Wochen waren allerdings eine echte Bewährungsprobe. Drei Niederlagen aus den ersten drei Spielen machten deutlich, dass in der Verbandsliga ein anderer Wind weht. Gegen Coswig, Erdeborn und Burgenland musste die Mannschaft zunächst Lehrgeld bezahlen. Doch statt zu resignieren, entwickelte das Team Charakter.
Der erste Befreiungsschlag gelang Anfang Oktober mit dem überzeugenden 37:28-Heimsieg gegen Zerbst. Es folgten weitere wichtige Punktgewinne, unter anderem in Halle, Klostermansfeld und später auch zu Hause gegen Halberstadt. Die Mannschaft um die Trainer Karsten Müller und Sven Demuth lernte von Woche zu Woche dazu und bewies insbesondere in den Heimspielen enorme Moral. Bemerkenswert war dabei die Entwicklung vieler junger Spieler, die immer mehr Verantwortung übernahmen. Der Übergang vom Nachwuchsbereich in die erste Mannschaft wurde konsequent vorangetrieben und zahlte sich zunehmend aus. Die Verbandsliga wurde nicht nur gehalten – die Mannschaft etablierte sich Schritt für Schritt auf diesem Niveau.
Spätestens im Frühjahr war klar, dass der Klassenerhalt nicht mehr in Gefahr geraten würde. Siege gegen Spergau, Klostermansfeld und Quedlinburg sorgten dafür, dass die Friesen frühzeitig Planungssicherheit hatten und die Saison entspannt zu Ende spielen konnten.
Mit Zuversicht in die Zukunft
Auch wenn die Saison unterschiedliche Geschichten geschrieben hat, überwiegt beim SV Friesen Frankleben die Zuversicht. Die Frauen wollen den Neuaufbau nutzen, um gestärkt zurückzukehren. Die Männer haben bewiesen, dass sie in der Verbandsliga angekommen sind. Und hinter beiden Mannschaften wächst eine junge Generation heran, die künftig Verantwortung übernehmen kann. (Alle Fotos von Jenny Hebestreit).